
„ … Denen ward durch einen Interpreten des Dichters neueste Dichtung kund.“ So reimte 1913 Klabund. Und er war nicht der Einzige, der Stralsund literarisch verewigte, wie STRANDLÄUFER Verleger Peter Hoffmann bei einem unterhaltsamen Vortrag während der Langen Nacht des offenen Denkmals am 3. September 2016 beweisen wird. Bei dieser Traditionsveranstaltung der Hansestadt, die jeweils am ersten Samstag im September stattfindet, öffnen historische Gebäude ihre Türen und ermöglichen einen Blick auf kulturelle Schätze, die sonst zumeist vor den Augen der Öffentlichkeit verborgen bleiben. Der STRANDLÄUFER Verlag lädt an diesem Abend ins älteste Händlerhaus der Stadt ein, in die Mönchstr. 38. Das 600 Jahre alte Gemäuer beherbergt auch die STRANDLÄUFER Verlagsbuchhandlung. Die literarischen Vorträge beginnen um 19, 20 und 21 Uhr und dauern jeweils 30 Minuten. Um Eintrittskarten für die Lange Nacht des offenen Denkmals, die zum Besuch aller Veranstaltungen dieses Abends berechtigen, bemüht man sich am besten im Vorfeld bei der Stralsunder Tourist-Information.


Der weltberühmte und unvergessene Roman „Das siebte Kreuz“ liefert den Titel für einen Anna-Seghers-Abend, den die STRANDLÄUFER Verlagsbuchhandlung am 3. Juni 2016 um 19 Uhr im StiCer-Theater veranstaltet. Zahlreiche Mitwirkende wollen zum Gelingen dieser Veranstaltung beitragen. Den Reigen eröffnen dabei Schüler einer 11. Klasse der Jona-Schule Stralsund. Sie beschäftigen sich im Rahmen eines Literaturprojektes das ganze Schuljahr über mit dem Romanstoff. Dafür stand ihnen eine ganz besondere Auflage zur Verfügung: Der STRANDLÄUFER Verlag und der AUFBAU Verlag Berlin sponserten gemeinsam einen Klassensatz der illustrierten Auflage mit den unvergleichlichen Bilder von William Sharp. Er zeichnete die Illustrationen für die Veröfftlichung von „Das siebte Kreuz“ in großen amerikanischen Tageszeitungen. Inwieweit sich die Stralsunder Gymnasiasten von deren künstlerischer Aussage inspirieren ließen, werden sie am 3. Juni beweisen. Anschließend ist Dr. Monika Melchert Referentin des Abends. Die Literaturwissenschaftlerin betreut auch die Seghers-Gedenkstätte in Berlin und wird unter anderem aus ihrem Buch „Heimkehr in ein kaltes Land“ lesen, das Anna Seghers erste Jahre nach dem Exil beschreibt. Sollten die Gäste des Abends noch genügend Kondition haben, erfolgt zum Abschluss eine Lesung aus Anna Seghers Werk, die von Katrin und Peter Hoffmann gestaltet wird. Der Kartenvorverkauf läuft in der STRANDLÄUFER Verlagsbuchhandlung bereits.
Eine Ausnahme-Künstlerin holt der STRANDLÄUFER Verlag im kommenden Frühjahr nach Stralsund: Die junge Georgierin Nino Haratischwili wird am 15. März 2016 in Stralsund gastieren. Sie liest aus ihrem vielbeachteten Roman „Das achte Leben (Für Brilka)“. Dabei handelt es sich um eine Familiengeschichte aus Georgien, die 1900 mit der Geburt der Großmutter Anastasia beginnt. Die folgenden sechs Generationen überleben alles – die Revolution und die beiden Weltkriege, sie überleben Berija (der Georgier war) und Stalin (der auch Georgier war), sie überleben den Stillstand der Breschnew-Ära und die Wende, die in Tbilissi weitaus blutiger war als in Deutschland. Schließlich findet die Autorin mit der jüngsten, der Teenagerin Brilka, eine zukunftsweisende Figur, die mit der Tragik und Schwermut der Vergangenheit ein Stück weit versöhnt. Nino Haratischwili ist für dieses epochale Werk unter anderem mit dem Anna-Seghers-Preis ausgezeichnet worden. Die 1983 geborene Künstlerin lebt in Hamburg und arbeitet als Autorin und Regisseurin am Theater. Die Lesung am 15. März 2016 beginnt um 19 Uhr im STiCer-Theater, Frankenstr. 61. Der Kartenvorverkauf läuft bereits in der STRANDLÄUFER Verlagsbuchhandlung, Mönchstr. 38, Tel. 03831/6660555.
Einen Schriftsteller-Kollegen von Format hat der STRANDLÄUFER Verlag für eine Lesung in Stralsund gewonnen: Am 28. Oktober 2015 um 19 Uhr gastiert Klaus Modick im STIC-er Theater, Frankenstr. 57. Er liest aus seinem jüngsten Bestseller „Konzert ohne Dichter“. Darin geht es um die Künstlerkolonie Worpswede und das Verhältnis von Heinrich Vogeler und Rainer Maria Rilke. „Wir haben bereits seit einiger Zeit Kontakt zu Klaus Modick, denn schon sein vorangegangenes Buch fanden wir faszinierend“, bekennt Autor und Verleger Peter Hoffmann. In „Sunset“ widmete sich Modick einer anderen Künstler-Freundschaft, nämlich der zwischen Feuchtwanger und Brecht. Sein im Frühjahr erschienenes Worpswede-Buch führt nun in eine andere Zeit, ist aber nicht weniger intensiv und gut recherchiert. Der Oldenburger Künstler, Jahrgang 1951, folgt gern der Einladung des STRANDLÄUFER Verlages nach Stralsund und freut sich auf viele Zuhörer.
Achim Ditzen, 1940 als jüngster Sohn von Hans Fallada in Carwitz bei Feldberg geboren, liest am 14. April 2015 um 19 Uhr im Stralsunder STiC-er Theater, Frankenstr. 57, aus einem der ungewöhnlichsten Texte seines Vaters und berichtet über die Entstehungsgeschichte des Gefängnistagebuches. Organisiert wird die Veranstaltung von der STRANDLÄUFER Verlagsbuchhandlung und der Jugendtheaterschule Stralsund.
