HANSE-HÄPPCHEN

Ein Stralsund-Krimi

Die Stralsunder Werbe-Dame Hildegard »Häppchen« Päplow entdeckt in ihrem Lager auf einem alten Fabrikgelände an der Barther Straße die unbekleidete Leiche einer jungen Frau. Selbst nicht ganz reinen Gewissens, zieht das unheimliche Lager in Halle Nr. 4 Häppchen in seinen Bann. Freuen Sie sich auf den vierten Stralsund-Krimi aus dem STRANDLÄUFER Verlag.

Peter Hoffmann: HANSE-HÄPPCHEN – Ein Stralsund-Krimi, 1. Auflage Stralsund August 2014, 290 Seiten, Paperback, 19 x 12,5 cm, ISBN 978-3-941093-17-1

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Avocado-Lachs-Häppchen

1 Avocado
200 g Räucherlachs
1 EL Limettensaft
1 Knoblauchzehe
1 TL getrocknete Zwiebeln
4 Tropfen Tabasco
24 Cracker
Die Avocado der Länge nach teilen, den Kern heraushebeln und
das Fruchtfleisch mit einem Löffel aus der Schale kratzen. In
einer Schüssel mit der Gabel zerdrücken. Den Lachs in feine, etwa
einen Zentimeter lange Streifen schneiden, die Knoblauchzehe klein
hacken. Beides zusammen mit den Zwiebeln, dem Limettensaft
und Tabasco untermischen. Den Aufstrich abdecken und bei
Zimmertemperatur mindestens eine Stunde durchziehen lassen.
Dann mit zwei Teelöffeln Creme-Kleckse auf Cracker setzen und
mit einem Streifen Räucherlachs verzieren.

 

        »Ja, meinen Sie denn, ich rumpel hier auf meinem
Rad über die Straßen!? Bei dem ollen Kopfsteinpflaster
fallen einem doch die Eierstöcke raus! Nee,
junger Mann, das könnse gepflegt vergessen. Das wollen
Sie einer alten Frau doch nicht zumuten, oder?«
Der junge Streifenbeamte war perplex. Unter seiner
dunklen Dienstmütze errötete er sichtlich und blickte
auf der vergeblichen Suche nach einer Antwort in
Häppchen Päplows große wässerige Augen hinab. Die
schob ihre dicke Brille mit dem breiten Rand und den
Wassertröpfchen vom Nieselregen wieder ein Stückchen
die Nase hinauf, stupste den verdutzten Beamten
sachte mit dem regennassen Vorderrad beiseite
und schwang sich auf den Sattel. Häppchen setzte unbeirrt
ihre Fahrt auf den breiten, glatten Gehwegplatten
der Mönchstraße fort. So weit käme das noch, sich
da Vorschriften machen zu lassen! Hier in Stralsund
fuhren sie doch alle, wie sie wollten. Ihre Freundin
Petra zum Beispiel war schon länger nicht mehr gut
zu Fuß mit ihren ständigen Überbeinen, Fersenspornen,
Hammerzehen und Senkspreizknickfüßen und
wusste der Schinder was noch alles. Die konnte nur
müde lächeln, wenn ihr Orthopäde mal wieder vom
optimalen Trainingsparcours, den die Stralsunder
Altstadt mit ihrer vielfältigen Pflasterung nun einmal
darstelle, vorschwärmte. Wessi! Junge, hätte
der zu DDR-Zeiten hier trainieren können! Noch
und nöcher. Immer nur Training und Übungen, die
sich eh keiner merken konnte, beschwerte sich Petra.
Und überhaupt: Wie sollte sie ihr Gewicht reduzieren,
wenn sie kaum krauchen konnte? Da hatten
sie alle gut reden! Ihr Hausarzt vorneweg. Auch
Wessi. So einer mit gelben Cordhosen, Goldrandbrille
und gärtnernder Gattin: Lebe dein Klischee!
Was wusste der schon!? An den war sie auch nur geraten,
weil sein Vorgänger denn doch in Ruhestand
gegangen war. Petra war in der Altstadt praktisch
nur noch mit dem Rad unterwegs. Nicht unbedingt
sehr sicher, aber immerhin. Und immer auf den Gehwegen,
sollten die anderen doch auf eine kranke Frau
mal etwas Rücksicht nehmen und Solidarität zeigen!
Waren die Vorschriften schließlich für die Menschen
da oder etwa die Menschen für die Vorschriften?
Also bitte.