International bekannt …
… ist der Name Herbert Lange einem breiteren Publikum spätestens mit dem Erscheinen des Buches „The Traitors Circle: The Rebels Against the Nazis and the Spy Who Betrayed Them“ („Der Kreis der Verräter: die Rebellen gegen die Nazis und der Spion, der sie verriet“) des britischen Bestseller-Autors Jonathan Freedland; erschienen 2025 in Großbritannien im Verlag John Murray/Hodder & Stoughton/Hachette UK.
Jonathan Freedland erzählt in seinem Werk die akribisch recherchierte Geschichte des „Solf-Kreises“, einer Widerstandsgruppe gegen den Nationalsozialismus, die durch einen eingeschleusten Spitzel verraten wurde. Hierzu haben wir bereits anlässlich unseres Besuches in der KZ-Gedenkstätte Ravensbrück im Frühjahr 2026 berichtet. Die meisten Mitglieder des Kreises wurden verhaftet und hingerichtet. Nur wenige Angehörige des Solf-Kreises überlebten das Dritte Reich. Maßgeblich beteiligt an der Verfolgung der Widerstandsgruppe: Kriminalrat Herbert Lange.
Herbert Lange als Gestapo-Gegenspieler der Widerständler wird in diesem Buch auch biographisch behandelt: Zu seinem Aufwachsen in der Stralsunder Mönchstraße heißt es bei Freedland:
„The Langes lived on a lively street, where Jews and non-Jews mixed easily – the Cohns lived next door and the Gersons were opposite – and the family scraped together enough money to send young Leo to the prestigious Oberrealschule. But life never stopped being hard.”
„Die Langes wohnten in einer belebten Straße, in der Juden und Nichtjuden ungezwungen miteinander umgingen – die Cohns wohnten nebenan und die Gersons gegenüber –, und die Familie kratzte geradeso genug Geld zusammen, um den jungen Leo auf die angesehene Oberrealschule zu schicken. Doch das Leben blieb weiterhin hart.“
Herbert Lange – seine Freunde nannten ihn „Leo“ – strebte danach, den kleinbürgerlich-ärmlichen Verhältnissen seiner Herkunft zu entkommen. Mit gerade einmal 22 Jahren trat er 1932 der NSDAP bei, ein Jahr später war er Mitglied der SS. Freedland schreibt hierzu:
„He was on the inside and the only way was up.”
„Er war drinnen und der einzige Weg war nach oben.“
Nicht nur insofern ist das uralte heutige Museumshaus Mönchstr. 38, das sich durch die Jahrhunderte geschleppt hatte mit all seinen Umbauten und Improvisationen, dem morschen Gebälk, den schiefen Treppen, seinen dunklen Kämmerchen, den engen Stuben, Winkeln und Abseiten, eine beredte Quelle: Sein Weg führte Herbert Lange weg von dem Elternhaus mit der Schwarzküche und den Wrasen an deren Decke zu einem nach ihm benannten SS-Sonderkommando mit eigenem Stab, mit eigenem Mercedes und Chauffeur und all den anderen damit verbundenen Privilegien und modernen Annehmlichkeiten für ihn und seine eigene junge Familie, die auch schließlich mit seiner Tätigkeit im Reichssicherheitshauptamt in Berlin verbunden waren.
„An engrossing narrative … a spellbinding account.”
„Eine fesselnde Erzählung … ein packender Bericht.“
Wall Street Journal
“Thrilling … an inquiry into how, in the direst circumstances, some people find the immense courage to do what is right.”
„Spannend … eine Untersuchung darüber, wie manche Menschen unter den schlimmsten Umständen den immensen Mut aufbringen, das Richtige zu tun.“
The Economist, Books of the Year
„The Traitors Circle“ von Jonathan Freedland ist in der STRANDLÄUFER Verlagsbuchhandlung erhältlich.
