Unbedingt einen Abstecher wert …

… ist das vor den Toren der Stadt Cottbus gelegene Schloss Branitz des Fürsten Hermann von Pückler-Muskau (geboren 1785 auf Schloss Muskau, gestorben 1871 auf Schloss Branitz). Der 1822 in den Fürstenstand erhobene Adelige war Generalleutnant, Landschaftsarchitekt, Schriftsteller und Weltreisender. Der Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau, der seit 2004 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, sowie der gut dreißig Kilometer entfernt gelegene Schlosspark Branitz geben beredtes Zeugnis seines landschaftsgestalterischen Wirkens. 

Da er sich mit der Anlage seines Parks in Muskau finanziell übernommen hatte, verkaufte er 1845 die Standesherrschaft Muskau. Er zog auf sein Erbschloss Branitz bei Cottbus. Den Erlös aus dem Verkauf von Muskau verwendete er, um das Schloss Branitz umbauen zu lassen und um erneut einen Landschaftsgarten nach englischem Vorbild anzulegen. Seine letzte Ruhe fand der Fürst nach einem ebenso bewegten wie schillernden Leben an der Seite seiner Frau in der ikonischen Pyramide im See im Branitzer Park. 

Schloss Branitz ist als Museum öffentlich zugänglich und vermittelt einen anschaulichen Eindruck vom extravaganten Leben und Wirken seines berühmten Bewohners. „1837 kaufte er auf dem Sklavenmarkt in Kairo die etwa 11-jährige Machbuba und nahm diese mit auf seine weitere Reise. Er reiste 1837 weiter in den Sudan, bis er 1838 südlich von Khartum entkräftet den Rückweg antrat. Er nahm Machbuba mit nach Europa, die ab dann als seine Mätresse in Muskau lebte. Das Mädchen verstarb am 27. Oktober 1840 in seinem Schloss und wurde in Muskau begraben.“ Heißt es bei wikipedia im Artikel über den Fürsten Pückler. Ein Aspekt seines Lebens, der heute gewiss anders bewertet werden würde. Darüber kann man trefflich nachsinnen bei einem „Fürst-Pückler-Eis“ in der Schlossgastronomie.

In der Bibliothek des Branitzer Schlosses findet sich auch ein Geschenk der britischen Königin an den Deutschen anlässlich Ihres Staatsbesuches 2015 bei Bundespräsidenten Joachim Gauck: eine kunstvoll gebundene Zusammenstellung der zeitgenössischen englischen Ausgabe der Briefe des Fürsten Pückler (Foto: Peter Hoffmann)