Topographie des Terrors

Foto: Peter Hoffmann

Die „Topographie des Terrors“ ist ein seit 1987 bestehendes Projekt in Berlin-Kreuzberg, dass sich der Dokumentation und Aufarbeitung des Terrors im nationalsozialistischen Deutschland verschrieben hat. Dazu gehören eine Dauerausstellung und Sonderausstellungen sowie eine umfassende Bibliothek im Dokumentationszentrum an der Niederkirchnerstraße 8 (vormals Prinz-Albrecht-Straße 8), das im Jahr 2010 eröffnet wurde, sowie eine bereits zuvor eingerichtete Freiluftausstellung und ein Gelände-Rundweg mit Erläuterungen zur Geschichte des historischen Ortes.
Die Einrichtung wird von einer gleichnamigen Stiftung betreut, die 1992 gegründet wurde und vom Land Berlin und der Bundesrepublik Deutschland gemeinsam getragen wird. Die „Topographie des Terrors“ versteht sich weder als Museum noch als Gedenkstätte, sondern als ein Ort der Information und der Auseinandersetzung mit den Verbrechen des NS-Staates.
Das Gelände der „Topographie des Terrors“ befindet sich in zentraler Lage zwischen Potsdamer Platz, Anhalter Bahnhof und der historischen Stadtmitte Berlins. Zur Zeit des Nationalsozialismus befanden sich die wichtigsten Institutionen des Verfolgungs- und Terrorapparates des NS-Staates an diesem Ort:

In der damaligen Prinz-Albrecht-Straße 8 befand sich die Zentrale der Geheimen Staatspolizei (Gestapo).

In der Prinz-Albrecht-Straße 9 war ab 1943 der Sitz des Reichsführers-SS Heinrich Himmler.

Das Prinz-Albrecht-Palais in der Wilhelmstraße 102 wurde 1934 zur Zentrale des Sicherheitsdienstes (SD) der SS und ab 1939 auch des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA). Die schwer beschädigten Gebäude wurden in den 1950er-Jahren abgerissen. Lediglich Kellerfundamente haben sich erhalten.

Herbert Lange wurde 1942 in das Reichssicherheitshauptamt versetzt und arbeitete dort im Reichskriminalpolizeiamt. Er war hier maßgeblich an den Ermittlungen und Verhaftungen um den Solf-Kreis sowie nach dem gescheiterten Attentat auf Adolf Hitler gegen die Gruppe um Claus Schenk Graf von Stauffenberg beteiligt (siehe auch Beiträge vom 24. März und 21. Juli 2026). Für seine Dienste bei der Verfolgung von Widerstandskämpfern stieg er bis zum SS-Sturmbannführer auf.

Auf der heute mit Schotter bedeckten Freifläche vor dem Dokumentationszentrum befanden sich seinerzeit u.a. kleine Werkstattgaragen sowie eine kleine Tankstelle. Hier wurden Ende 1941/ Anfang 1942 zwanzig Gaswagen, die an diesem Ort konzipiert und entwickelt wurden, endmontiert und mit ihren Fahrern auf den Weg gebracht. Wahrscheinlich verließen sie das Gelände durch das Haupttor an der Prinz-Albrecht-Straße, um dann links in die Wilhelmstraße einzubiegen und sich schließlich auf ihren Weg in den Osten zu machen.
Auf dem Gelände gibt es aktuell keine Informationstafel zu den Gaswagen und ihren 300.000 bis 350.000 Opfern (siehe auch Beitrag vom 21 Juli 2026 zur Arbeit von Cameron Munro und der Tiergarten4Association e.V.: Engineered for Mass Murder – The Nazi Gas Vans: 1939 – 1945).